September 2026
Chinesische Möbelimporte nach Österreich deutlich gestiegen
US-Handelsmaßnahmen könnten den Wettbewerb in Europa weiter verschärfen
Chinesische Möbel kommen in deutlich größeren Mengen nach Österreich als noch vor zwei Jahren. Seit dem ersten Halbjahr 2024 sind die Importe um rund 27 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2026 bezog Österreich Möbel im Wert von rund 190 Millionen Euro aus China. Österreichische Hersteller lieferten im gleichen Zeitraum Möbel für nur gut zwei Millionen Euro nach China.
Für die heimische Möbelindustrie könnte sich die Situation weiter zuspitzen. Die USA haben die Antidumpingmaßnahmen gegen chinesische Möbelhersteller verschärft und erschweren damit den Zugang zu einem wichtigen Absatzmarkt. Für chinesische Produzenten wird es dadurch interessanter, ihre Exporte stärker auf andere Märkte zu verlagern. Europa dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen.
In China selbst unterstützt die Regierung gleichzeitig den Möbelkonsum. Beim Kauf von Sofas, Betten, Matratzen, Kleiderschränken und Esszimmermöbeln werden Zuschüsse von 15 Prozent gewährt. Während chinesische Hersteller auf ihrem Heimatmarkt von staatlicher Unterstützung profitieren, könnten zusätzliche Produktionsmengen verstärkt auf den europäischen Markt gelangen.
„Wir erleben einen Wettbewerb unter zunehmend ungleichen Bedingungen. China stützt den eigenen Markt, während gleichzeitig immer mehr chinesische Möbel nach Europa kommen. Wenn jetzt auch noch die USA als Absatzmarkt schwieriger werden, muss Europa reagieren. Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, eine konsequente Kontrolle der Importe und handelspolitische Instrumente, wenn nachweislich Marktverzerrungen entstehen“, fordert Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie.